Völklinger Hütte - Exkursion Nk Geschichte am 04.12.2009
Aus Gyneu
Exkursion zur Völklinger Hütte
Am 4. Dezember 2009 besuchten wir, der Neigungskurs Geschichte, zusammen mit Herrn Dolch die Völklinger Hütte. Wir hatten uns zu dieser Exkursion entschlossen, da wir uns im Unterricht intensiv mit der Industrialisierung beschäftigt hatten und nun daran interessiert waren, solch ein Gebäudekomplex aus der Nähe zu begutachten. Wir trafen uns um acht Uhr mehr oder weniger pünktlich vor dem Gymnasium und kamen nach einer etwa zweistündigen Fahrt in Privatautos in Völklingen, im Saarland an, wo wir schon zur Führung erwartet wurden.
Zur Geschichte der Völklinger Hütte.
Herr Pfeifer, dessen Vater einer dieser Beschäftigten war, leitete uns kompetent durch den Stahlriesen und konnte uns so einen interessanten Einblick bieten, den er mit humorvollen Geschichten aus dem damaligen Arbeitsalltag ausschmückte. Einer dieser Geschichten war zum Beispiel die Tatsache, dass Arbeiter sich die Freiheit nahmen und es vorkam, dass schwarzer Tee, der häufig am Arbeitsplatz getrunken wurde, einfach in die vorhandenen Sprechrohre gegossen wurde. Ebenfalls lernten wir, was ein saarländischer Adventskranz ist, nämlich ein Fleischwurstkranz, in den vier Flaschen Maggie gesteckt werden…
Zur Einstimmung in jene Reise in die Vergangenheit, sahen wir ein paar bewegte Bilder über das Eisenwerk, welche uns den ersten Einblick verschaffte. Danach begann unser frostiger Rundgang durch das Werk, denn die meiste Zeit waren wir im Freien. Herr Pfeiffer zeigte uns verschiedene Herstellungsstationen, die uns die Eisenherstellung näher brachte.
Zuerst gingen wir in die Gebläsehalle, dort prodozierten die riesigen Gebläsemaschinen bis zu 300.000m3 Luft für die Hochöfen. Faszinierend ist, dass die Anlage auch heute noch vollständig funktionsfähig wäre. In der Sinteranlage wurden Reststoffe der Eisenherstellung recycelt und dem Hochofen wieder zugeführt. Die Erzanlage diente als Materialsilo. Im „Bauch“ der Hütte, die Möllerhalle, lagerten 12.000t Rohstoffe. In der oberen Ebene fuhren Züge mit Rohstoffen ein und in der unteren Ebene wurden die Hängebahnwagen beladen, die die Rohstoffe zu den Hochöfen brachten. Über die Gichtbühne liefen die Hängebahnwägen und befüllten die sechs Hochöfen mit den Rochstoffen. Bevor wir uns, mit Helmen, auf den Aufstieg zu der 27m hoch gelegen Gichtbühn machten, besichtigten wir die Hochöfen mit dem weltweit einzigartigen Erzschrägaufzug. Anschließend bestiegen wir durch einen treppenreichen Aufstieg die 45 m hohe Aussichtsplattform, wobei nicht alle ganz schwindelfrei blieben. In dieser Höhe bietet die Aussichtsplattform einen faszinierenden Blick über das Weltkulturerbe und die Industrielandschaft der Saar, letzteres begeisterte besonders Herrn Pfeiffer.
In der Kokerei verwandelten 1.300°C heißes Feuer Kohle in Koks. Die große Hitze und der beißende Qualm machten diesen Arbeitsplatz zu einem der härtesten der Völklinger Hütte. Was Herr Pfeiffer, aus Erzählungen seines Vaters, bestätigen konnte.
Nach der wissenswerten Führung konnten wir uns noch in einem Café aufwärmen, bevor man sich wieder auf den Rückweg machte. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Dolch, dass er diese interessante Exkursion mit uns unternommen hat; es hat uns sehr gefallen und wir können die Völklinger Hütte jederzeit weiterempfehlen.
Kathrin Pfisterer, Lena Reuter, Saskia Franz, Klassenstufe 12