Völklinger Hütte

Aus Gyneu

Die Klassen 9b und 9c vor dem Weltkulturerbe "Völklinger Hütte"
Nach der etwa zweistündigen Fahrt kamen wir endlich auf dem Parkplatz vor dem riesigen Metallkoloss an. Da die Fahrt nicht so lange dauerte wie erwartet, konnten wir uns noch in der Ausstellung Genius І umsehen, in der es um die genialen Erfindungen unserer Weltgeschichte geht. Für die Führung trennten wir uns:

Klasse 9b ging mit Frau Schifferdecker und Klasse 9c mit Herrn Dolch.

Los ging es in der großen Gebläsehalle. Sie hauchte dem Stahlwerk das Leben ein, wie unser Museumsführer Herr Pfeiffer erklärte. Dort stehen die riesigen Maschinen zur Belüftung der Hochöfen: 6 noch erhaltene (früher einmal 10) riesige Apparate, jeweils 700 Tonnen schwer, die mit großem Lärm Wind erzeugten, um die Hochöfen mit Sauerstoff zu versorgen. Die Erbauung des Stahlwerks erforderte sehr viel Arbeit. Aber auch von späteren schweren Arbeitsbedingungen waren die Arbeiter geprägt: Sie mussten starke Hitze und Kälte aushalten und atmeten Tag für Tag schlechte Luft ein. Sogar Frauen mussten bei einigen Arbeiten helfen.
Weiter ging es zu Kilometer langen und 2 – 3 Meter dicken Rohren. Sie wurden alle aus sehr vielen Blechen zusammen genietet, da zu dieser Zeit die Kunst des Schweißens noch nicht bekannt war. Nachdem wir über einen etwa 100 Meter langen Steg gegangen waren, der entlang der Rohre verlief, kamen wir in eine Anlage, in der sich ein kleiner Filmsaal befand. Nach kurzer Wartezeit konnten wir uns den Film über die Geschichte der Völklinger Hütte ansehen.

An dieser Stelle einige dieser Daten:

1873 Eröffnung der Völklinger Hütte.
1879 Schließung wegen sehr hoher Zölle, durch die man sich die Einfuhr von Roheisen nicht mehr leisten konnte.
1881 Wiedereröffnung durch Carl Röchling.
1890 Größtes Eisenwerk Deutschlands.
1928 Größte und modernste Sinteranlage Europas. Das Sinterverfahren erlaubt das Recycling von Abfallprodukten wie Gichtstaub und Feinerz.
1952 Die Hütte erreicht ihren Produktionshöchststand, bedingt durch den Bauboom in der Nachkriegszeit.
1986 Die Hochöfen der Völklinger Hütte werden stillgelegt und als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Nach kontinuierlicher Instandsetzung und Begehbarmachung folgte die Nutzung als Museum.
1994 Die Völklinger Hütte wird zum Weltkulturerbe erklärt.
2008 Der Völklinger Hütte wird die besondere Ehre zuteil, uns empfangen zu dürfen!

Mutige Schüler in luftigen Höhen :-)
Nach dem Film ging’s hinauf in luftige Höhen; es wurde jeder mit einem Helm ausgestattet und wir stiegen über eine lange Treppe auf ca. 40 Meter Höhe auf die Gichtbühne.

Die Begichtung nennt der Hochöfler die Befüllung der Hochöfen mit den Rohstoffen zur Eisenherstellung. Wir liefen dort oben auch an den Waggons vorbei, in denen die Rohstoffe nach oben transportiert wurden. Danach stiegen wir noch 10 Meter höher, um uns einen atemberaubenden Ausblick auf Völklingen zu verschaffen. Wir gingen wieder hinunter und sahen uns den Hochofenabstichbereich an. Als es noch keine Maschinen für das Freiräumen der Abfließerinne für das flüssige Eisen gab, musste dies von Arbeitern mit Handbohrmaschinen vorgenommen werden.

Als Abschluss unserer Führung besuchten wir noch die Wachsfigurenausstellung, die in einer kleinen Halle untergebracht war. Bevor wir uns auf den Heimweg begaben, konnten wir noch kurz in einem kleinen Café etwas essen und trinken.

Der Ausflug hat uns allen sehr viel Spaß gemacht, und wir würden ihn jederzeit weiterempfehlen.

Melanie Presler und Lennart Strentzsch, Klasse 9c

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