Reise der 10c nach Winterthur

Aus Gyneu

Die Klasse 10c
Endlich war es so weit. An einem sonnigen Dienstag, dem 6.Mai, um 8 Uhr morgens fuhr der Bus auf den Parkplatz der Sporthalle des Gymnasium Neureuts, auf den 27 Schüler der Klasse 10c mit Herrn Dolch und Frau Pfisterer warteten. Auf der Fahrt nach Winterthur machten wir noch einen kleinen Umweg nach Schaffhausen, wo wir den Rheinfall, den größten Wasserfall Europas, besichtigen durften. Über eine Breite von 150 m und eine Höhe von 23 m stürzen bei mittlerer Wasserführung des Rheins 700 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Felsen. Vom Rheinfallbecken aus konnte man die ganze Wucht der Wassermassen auf sich wirken lassen. Nach dieser einstündigen Pause ging die Busfahrt weiter. Nun waren noch ungefähr 45 Minuten mit dem Bus zu fahren, bis wir bei unserer Unterkunft ankamen. Nach dem Zimmerbezug in der Jugendherberge, nahe dem Stadtzentrum von Winterthur, und einer kleinen Pause, ging es weiter.

Die ganze Reise nach Winterthur hatte nur ein Ziel: das Technorama. Das Technorama ist ein Science Center, in dem statt "Berühren verboten" gilt "Anfassen erwünscht"! Mit anderen Worten: „Nothing will happen, unless you make it happen“ - ohne dieses Mitmachen läuft nichts. Im Technorama gibt es über 500 verschiedene Experimentierstationen, die in verschiedene Sektoren unterteilt sind, von Mechanik bis Hochspannung oder von Magnetismus bis Mathematik. Hier wird offen, ungebunden experimentiert und erkundet, das haben die meisten noch nie zuvor erlebt. Da geht es nicht um die "richtige" (oder "falsche") Methode, die Dinge zu erkunden. Gerade, wenn der vermutete Ablauf mal nicht mit dem beobachteten übereinstimmt, wird es spannend und man neigt dazu, weiter zu probieren. Wer weiß, vielleicht kommt es zu neuen Erkenntnissen, oder es gilt, eine lieb gewonnene Ansicht zu modifizieren. Und falls doch noch die einen oder anderen Ungereimtheiten offen bleiben, so hat der ein oder andere seine kleine private Führung von einem Mitarbeiter bekommen oder die Vorträge des Leiters des Technorama angehört, bei denen vor allem praktische Darstellungen im Vordergrund standen.

Das Wissenschaftszentrum 'Technorama' in Winterthur
Noch am Ankunftstag besuchten wir das physikalische/ chemische Jugendlabor des Technorama. In diesem Jugendlabor konnten wir durch ungebundenes und spielerisches Experimentieren viele Versuche im chemischen und physikalischen Bereich durchführen und was Neues, Interessantes und uns Verständliches entdecken. Einige von uns haben ihre Stärken bei Reaktionsversuchen gefunden, für viele war auch die Infrarotkamera interessant oder auch der Versuch „ Rauchen und Kohlenmonoxid“, und viele haben sich mit dem Versuch beschäftigt „ Kannst du dich bewusst entspannen?“. Auch außerhalb hatte das Technorama einige interessante Phänomene zu bieten. Da gab es zum Beispiel den riesigen Wasserhahn, bei dem man nicht so genau wusste, wie er befestigt war, der also in der Luft schwebte. Ebenso außergewöhnlich war die Schaukel, die nicht aufhörte zu schwingen, selbst dann nicht, wenn man ihr keinen Schwung mehr gab.

So sind die zwei Stunden in dem Jugendlabor schnell vergangen. Am Abend besichtigten wir in kleinen Gruppen die Innenstadt und die Altstadt von Winterthur. Etliche nutzten dies, um einen kleinen Imbiss zu sich zu nehmen. Manche sollen auch dabei gesehen worden sein, wie sie in der Fußgängerzone mit Flaschen rötlichen Inhalts -es kann sich nur um seltsame Limonade gehandelt haben- lustwandelten. Böse Zungen behaupten gar, dass einige der Jungens zu später Stunde mit freiem Oberkörper und die T-Shirts über sich wedelnd durch die Straßen joggten und harmlose Passanten mit ihrem Adonis-Anblick erschreckt hätten. Immerhin waren alle um zwölf Uhr wie verabredet in ihren Betten, nein, zumindest in ihren Zimmern. Das war wichtig, denn um zwölf Uhr musste es in dem Gebäude still sein. Und tatsächlich hat auch bei dem Lehrerrundgang einer der Schüler schon geschlafen. Was dem Lehrer eher Sorgen bereitete. Etliche der anderen Herren glaubten noch mit einem von der Neureuter Tankstelle in die Stuben geschmuggelten Bierfässchen von gerade einmal einem halben Liter eine wilde Party anstimmen zu können - immerhin war man da nur noch zu acht; nun gut, Hüllen wir den Mantel des Schweigens über dieses Geschehen. Die allgemeine Hochschul- bzw. Lebensreife musste ja an diesem Abend noch nicht abgelegt werden.

Am nächsten Morgen frühstückten wir um acht Uhr in der Kantine unserer Unterkunft. Nachdem wir dann unsere Koffer gepackt und die Zimmer ordnungsgemäß übergeben hatten, wollten wir um zehn Uhr pünktlich wieder zum Technorama fahren. Allerdings kamen drei Burger-Nasen zu spät an den Bus, was die Klasse schlussendlich erfreut zur Kenntnis nehmen konnte, denn wahrscheinlich muss sie bis zum Schuljahresende nun nach der 6.Stunde nicht mehr die Stühle hochstellen. Glücklicherweise machte unser sichtlich irritierter Lehrer uns darauf aufmerksam, dass wir alle (bis auf Jannik, der hatte mitgedacht) noch die Papier-Eintrittskarten-Bändchen vom gestrigen Technorama-Tag an unseren Armgelenken hatten, warum auch immer. Jedenfalls hätte das sicherlich einen schlechten Eindruck bei dem Museumspersonal hinterlassen, und die Schweizer hätten vielleicht gar noch gedacht, wir würden uns nicht waschen bzw. duschen. An diesen Tag konnten wir auch noch das restliche Technorama besichtigen, wobei der eine oder die andere mehr oder weniger ausgeschlafen war.

Um 15 Uhr saßen wir alle im Bus und fuhren wieder mit neuen Erfahrungen nach Hause. Nach einem kurzen Stopp im Hegau, bei dem einige nicht zum ersten Mal Burger in sich hineinstopften, kamen wir um 19 Uhr wieder zufrieden am Neureuter Gymnasium an.

Agne Bubelyte, 10c

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