Der Europaabgeordnete Daniel Caspary im Gymnasium Neureut

Aus Gyneu

MdEP Daniel Caspary
Auf Einladung des Gymnasiums Neureut kam am 9. Mai 2008 der Europaabgeordnete der Region Baden und gleichzeitige CDU- Politiker Daniel Caspary zu Besuch ins Schulzentrum, um mit den Schülern der Oberstufe über den Einfluss der Europäischen Union auf die Technologieregion Karlsruhe zu sprechen. Nach der Begrüßung durch Herrn Wibel begrüßte seinerseits auch Herr Caspary die Schüler. Im Rahmen eines kurzen Lebenslaufes erfuhren die Schüler, dass Herr Caspary in Stutensee wohnt. Die Präsenz in seinem Wahlkreis ist für einen EU- Abgeordneten besonders wichtig, da nur so die Nähe zu den Bürgern und ihren Anliegen gegeben ist. Der Karlsruher ist seit Juni 2004 Mitglied im EU- Parlament und hat sich dort auf die Ausschüsse „Industrie, Forschung, Energie“ und „Internationale Handelsbeziehungen“ spezialisiert. Bei diesen beiden Ausschüsse, so erklärte er, handele es sich hauptsächlich um Forschungen zur Energieeffizienz und den Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Rest der Welt ( z. B. USA, Asien). Besonders die Internationalen Handelsbeziehungen haben einen großen Einfluss auf die Technologieregion Karlsruhe, da 74% aller verkaufter Produkte in Baden exportiert werden. Davon werden wiederum 60% an Mitgliedsstaaten der EU verkauft. Die Arbeitslosigkeit in der Region Karlsruhe liegt bei 4%. Bei den Bürgern zwischen 16 und 25 Jahren liegt sie nur bei 2,6%. Im Vergleich zur Arbeitslosigkeit im März 2008 in ganz Deutschland, die bei 7,3% lag, ist dies ein bedeutender Vorsprung. All dies bedeutet, dass die EU für die Internationalen Handelsbeziehungen und die Umsatzraten in der Technologieregion Karlsruhe von immenser Bedeutung ist. Dies gilt auch für Gesamtdeutschland. Der Export boomt auf breiter Front, zum Beispiel werden im Schnitt 80 % aller Autos, die weltweit verkauft werden und deren Verkaufswert über 35.000 € liegt, in Deutschland hergestellt.

Nach diesem Vortrag war es nun Zeit für eine Fragerunde. Hier wurde deutlich, dass der Klimaschutz ein bewegendes Thema für viele Schüler ist. Besonders die Maßnahmen der EU, unser Klima zu schützen, wurden hinterfragt und gezielt diskutiert. Herr Caspary erklärte, dass die EU einen Energieschein für Häuser und die Entwicklung der Autos hin zu umweltfreundlicheren Gefährten im Blick habe und fördere. Auch die Energiekennzeichnung, z.B. an Kühlschränken, sei auf Initiative der Europäischen Union als Gesetz verabschiedet worden. Auf Anfrage erklärte er auch, in welchen Bereichen in der Technologieregion Karlsruhe die Forschung und Entwicklung mit Mitteln des 7. Forschungsrahmenprogramms gefördert wird. Hierbei kristallisierte sich heraus, dass sowohl die Eliteuniversitäten im Land, als auch das Forschungszentrum Karlsruhe, Mercedes in Rastatt und der Reifenhersteller Michelin gefördert werden, um Energieforschung, umweltfreundlichere Antriebs- und Reifenherstellung und eine Entwicklung hin zur Weltelite der akademischen Ausbildung voran zu treiben. Interessant war auch, dass der durchschnittliche Deutsche davon ausgeht, sein Nachbar verdiene doppelt so viel wie er selbst. Diese Vorstellung sei hauptsächlich unter Menschen vertreten, die schon länger im Beruf seien, jedoch augenscheinlich trotzdem eine realitätsferne Vorstellung der erreichbaren Gehälter haben. Junge Neueinsteiger könnten die Entlohnung wesentlich besser und reeller einschätzen. Dieses Thema führte zu einem Weiteren: die Kluft zwischen Arm und Reich. Weltweit nimmt diese durch die Globalisierung ab, jedoch in Ländern wie Afrika wird der ‚Schritt nach vorne’ verhindert, da die Globalisierung nach Meinung Herrn Casparys in diesen Ländern nicht stattfindet. Nach dieser abschließenden Feststellung hatte Herr Caspary noch umfangreiches Informationsmaterial aus dem EU- Parlament für die Schüler mitgebracht, bevor er dann schnell zu einer weiteren Diskussionsrunde weiter musste.

Heidi Böhm, Jahrgangsstufe 12

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