Curriculum
Aus Gyneu
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Grundsätzliche Überlegungen
In herkömmlichen Lehrplänen, die im Wesentlichen die Perspektive des Lehrens repräsentieren, sind Lehrinhalte, die innerhalb gewisser Zeiträume (z.B. einem Schuljahr) vom Lehrer den Schülern vermittelt werden sollen, beschrieben. Neben den verbindlich vorgegebenen Zielen und Inhalten werden in den zu Arbeitsbereichen zusammengefassten verpflichtenden Vorgaben Hinweise gegeben, die als Anregungen zur Umsetzung zu verstehen sind. Lehrpläne in diesem Sinne sind staatlich bestimmter Arbeitsauftrag, der vom Lehrer erfüllt werden muss.
Die Curriculumtheorie (Curriculum) will die Ziele, Inhalte und Methoden des Lernens in den Mittelpunkt der pädagogischen Überlegung stellen und verbindet damit gleichzeitig die Forderung, durch am Lernprozess orientierte Überprüfungsverfahren für Effizienz zu sorgen. Die Orientierung an curricularer Vorgehensweise beinhaltet also, Lehrinhalte und Lernerfahrungen aufeinander zu beziehen, Realisierungsmöglichkeiten immer wieder von Neuem an den Gegebenheiten, v.a. den Lernprozessen der Schüler, auszurichten und die Möglichkeiten der Erfolgskontrolle mitzubedenken. Damit wird deutlich, dass der Lernfortschritt des Schülers, seine Bemühungen um den Erwerb von Kompetenzen, in den Mittelpunkt der Arbeit des Lehrers rückt. Unterricht stellt sich so als Versuch dar, Schülern lernwirksame Anordnungen, Angebote und Situationen mit Aufforderungscharakter zu schaffen, so dass das Lehrziel des Lehrers zum Handlungsziel des Schülers wird.
So beschreitet der Bildungsplan 2004 für das allgemein bildende Gymnasium konsequent den Weg, in einem Kern-Curriculum die vom Schüler zu erwerbenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu bestimmen und Bildungsstandards zu schaffen. Den Schulen wird darüber hinaus die Aufgabe zugewiesen, in einem ergänzenden Schul-Curriculum Schwerpunkte zu setzen und die eigene Schul- und Unterrichtskultur weiterzuentwickeln.
Dieses gegenüber den strengen Vorschriften der Lehrpläne offene System verlangt nach permanenten Bemühungen um Durchschaubarkeit, Kontrolle der Leistungsfähigkeit und Entwicklung. Auf Seiten der Schüler stellen zentral erarbeitete Vergleichsarbeiten sicher, dass zu bestimmten Zeiten (nach Abschluss der Klassen 6, 8 und 10) messbare Daten zum Fortschritt im Lernprozess vorliegen. Von den Schulen wird verlangt, dass sie diesen Prozess der Evaluation - den speziellen Gegebenheiten angepasst – selbst organisieren; Unterstützung können sie dabei von Schulentwicklungsberatern erhalten. Gleichzeitig wird die Kultusbehörde aber auch Fremdevaluationen durchführen, die als Hilfestellung und Anregung auf dem schwierigen Weg einer dauerhaft leistungsfähigen Schule zu verstehen sind.