Ökoaudit/Archiv
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Übergabe des Öko-Audit-Zertifikats
Am Freitag, 21. Januar 2005 war es geschafft Während einer Feier wurde im Schulzentrum das ersehnte Öko-Audit-Zertifikat durch die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) überreicht.
Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt! Zwar liegt schon einiges an Arbeit hinter Schülern, Lehrern und weiteren Akteuren, die die Schulen von außen unterstützt haben, aber das Zertifikat bedeutet auch eine Verpflichtung. So wurde aus der ersten Bewertung ein Zielprogramm entwickelt, welches aus neun Punkten besteht. Dieses soll bis 2007 umgesetzt werden.
Darin verpflichten sich Gymnasium und Realschule beispielsweise zur/zum
- Reduzierung des Wasserverbrauchs um 10% bis Ende 2006
- Verringerung des Stromverbrauchs um 4%
- Verminderung des Heizenergieverbrauchs und des Abfallaufkommens
- Verstärkten Einbezug von Umweltthemen in den Unterricht
Das Audit ist Teil des Landesprogramms "Schule auf Umweltkurs". Knapp 30 Schulen in Baden-Württemberg nehmen daran teil.
Schon während der Bestandsaufnahme wurden Einsparpotenziale sichtbar, die sich für die Stadt in barer Münze auszahlten. Dieses Geld floss gestern zum Teil wieder an die Schulen, zurück. So dankte Harald Denecken allen Beteiligten nicht nur mit Worten sondern überreichte sowohl Rektor Michael Wibel vom Gymnasium als auch Realschulrektor Dieter Wanner einen Scheck über 3 290 Euro, die für Projekte an der Schule verwendet werden können.
Die Feier wurde von der Schulband des Gymnasiums unter der Leitung von Tony Mahl musikalisch umrahmt.
Urkunde
Urkundentext: Diese Organisation wendet zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung ein Umweltmanagementsystem nach der EG-Verordnung 761/2001 an, veröffentlicht regelmäßig eine Umwelterklärung, lässt das Umweltmanagementsystem und die Umwelterklärung von einem zugelassenen Umweltgutachter begutachten, ist eingetragen im EMAS-Register und deshalb berechtigt, das EMAS-Zeichen zu verwenden.
Grußworte von Bürgermeister H. Denecken
- in Stichworten -
Begrüßung Neuen Schwung hat die „Schule auf Umweltkurs“, das Schulzentrum Neureut, mit dem Öko-Audit ins Umweltbewusstsein aller Beteiligen gebracht. Mit der heutigen Verleihung des Umweltzertifikats ist ein erster wesentlicher Höhepunkt erreicht. Dazu gratuliere ich ganz herzlich im Namen der Stadt Karlsruhe und ihres Gemeinderats.
Der Name „Ökoschule“ bürgt für Qualität. Das Zertifikat ist Anerkennung und zugleich Verpflichtung.
Anerkannt wird die bisher erfolgreiche Arbeit. Mit viel Elan haben Eltern, Lehrerkollegium, Hausmeister, Schülerinnen und Schüler das Öko-Audit durchgeführt. Ich denke dabei an den unermüdlichen Einsatz bei der Optimierung der Heizung. Früh morgens, vor Schulbeginn, wurde von dieser Projektgruppe die Zimmertemperaturen gemessen. Zimmerbelegungen wurden so organisiert, dass manche Heizkreisläufe schon am frühen Nachmittag abgeschaltet werden können. Neben der Heizenergie kann auf diese Weise elektrischer Strom gespart werden. Es wurden Zeitschaltuhren für Warmwasserboiler installiert, ein Schulgarten angelegt und in den Klassen „Umweltsprecher“ berufen, die für „richtiges Heizen und Lüften“ zuständig sind.
Dadurch kann die Umwelt entlastet werden.
Der geringere Verbrauch kostet natürlich auch weniger. Das honoriert die Stadt Karlsruhe: So freut es mich, dass ein Teil des eingesparten Geldes der Schule wieder für ihre Projekte zufließen kann.
Doch das ist längst nicht alles. Ein Projekt wie das Öko-Audit des Schulzentrums Neureut bedeutet mehr:
Es sensibilisiert die Beteiligten für ökologisches Handeln. Konkrete Möglichkeiten werden erarbeitet und umgesetzt. Gemeinsam ein solches Projekt zu gestalten und weiter zu führen, stärkt den Teamgeist. Es zeigt, dass jeder einzelne Verantwortung übernehmen und zum Umweltschutz beitragen kann, um sich damit eine lebenswerte Zukunft zu schaffen.
Öko kommt aus dem Griechischen „oikos“ und bedeutet „Haus“. Interessant finde ich, dass das Schulhaus, das Schulzentrum Neureut, in welchem jetzt das Öko-Audit realisiert wurde, 1973, also in dem Jahr bezogen wurde, als das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen bekam.
Heute und hier bekommt dieses Schulzentrum Neureut das Umweltzertifikat verliehen.
Wie bereits erwähnt, ist dies zugleich Verpflichtung. Öko-Audit in der Schule ist eine Erziehungsmaßnahme. Es zielt nicht ausschließlich auf die eigene Schule, sondern auch auf die fernere Zukunft und auf alle Bereiche, in denen die Schülerinnen und Schüler einmal aktiv sein werden. Das betrifft ganz konkret auch unsere Stadt. Denn die Fähigkeit unserer Jugend, die ja unsere Bürgerinnen und Bürger von morgen sein werden, ökologisch verantwortlich zu denken und zu handeln, sind Grundpfeiler einer gesunden Entwicklung unserer Fächerstadt.
Deshalb verbinde ich meine Glückwünsche mit herzlichen Dank für das was Sie bisher bereits für die Ökologie am Schulzentrum Neureut geleistet haben. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude, Elan und begeisterte Mitstreiter, um das Schulzentrum sicher auf dem „Umweltkurs“ zu halten.
Grußworte von H. Dr. Gilbert (OSA Karlsruhe)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Denecken, verehrte Frau Jeromin, sehr geehrter Herr Wanner, lieber Herr Wibel, liebe Schülerinnen und Schüler meine Damen und Herren,
ich freue mich, heute aus diesem besonderen Anlass zu Ihnen sprechen zu können als Vertreter des Regierungspräsidiums, in das unser Oberschulamt im Zuge der Verwaltungsreform als Abteilung 7 mit dem Titel Schule und Bildung eingegliedert wurde. Ich darf Ihnen daher heute die Grüße und Glückwünsche von zwei Präsidenten übermitteln, zu einem von Herrn Dr. Schnatterbeck, dem Leiter der Abteilung Schule und von der Präsidentin des Regierungspräsidiums Frau Hämmerle.
Als begeisterten Biologen interessiert mich natürlich ein Öko-Audit ganz besonders; herzlichen Dank Herr Wibel für die Einladung, hier zu sprechen. Es freut mich, dass sich eine ganze Schule, mehr noch ein ganzes Schulzentrum, intensiv mit diesem Fach beschäftigt und viel mehr Zeit darauf verwendet, als es die Stundentafel für den normalen Biologieunterricht erlauben würde. Als einer der Väter der Bildungsstandards im Fach Biologie freut es mich, dass Sie sich dem Thema "Ökologie und Umwelterziehung" nicht der oft üblichen eindimensionalen Betrachtung annehmen, sondern in einem solchen die Unterrichtsfächer weit überspannenden Projekt. Sie werden diesen wirklich komplexen Themen dadurch sicherlich sehr gut gerecht. Eine aus der Begeisterung heraus zugegebenermaßen manchmal fachegoistische Betrachtung des faszinierenden Faches Biologie, seines Bildungswertes usw. soll heute nicht Gegenstand meines Vortrags sein.
Ansprechen möchte ich Dinge, die mich vor allem in letzter Zeit sehr bewegen, nämlich der wenig ausgeprägte Optimismus der Gesellschaft wenn es um Bildungsfragen geht und die nach meinem Empfinden oft wenig konstruktive und eher lamentierend vorgetragene Kritik:
Längst vor der offiziellen Veröffentlichung der neuen Pisa Ergebnisse hat in Deutschland die Lust am Schlecht reden unserer Schulen eingesetzt. Negativ-Schlagzeilen in der Presse, entrüstete Statements bei Talkshows und auf Stammtischen und eine ideologisierte Debatte über Schulstrukturen bestimmen die Diskussion. Diskutiert werden vor allem äußere Faktoren, wie beispielsweise die Schulform Gesamtschule - gegliederte Schule oder die Zahl der Unterrichtsstunden, als absolute Zahl und in der Verteilung auf die einzelnen Fächer. Manche dieser äußeren Faktoren scheinen in ihrer Bedeutung überschätzt zu werden: Wenn - um im Beispiel zu bleiben - die Wochenstundenzahl entscheidend wäre, stellt sich die Frage, wie Finnland mit einer späteren Einschulung und relativ geringem Unterrichtaufkommen Spitzenergebnisse erzielen kann. Unterschätzt wird dagegen meines Erachtens ein anderer, wesentlicher Faktor - die Lernatmosphäre einer Schule. Sie ist zwar einer der unsichtbaren Faktoren, der sich schwer in eine Schlagzeile fassen lässt; die Lernatmosphäre ist der allerdings elementar ist für den sichtbaren Bildungserfolg: Es geht dabei um die Frage, wie eine Schule ihren Schülerinnen und Schüler die Überzeugung vermitteln kann, dass sie die notwendige Unterstützung bekommen. Es geht um das Öffnen von Räumen, in denen Lehrende Ideen verwirklichen und Neues ausprobieren können, wie z.B. ein Ökoaudit oder unser Modellprojekt "Stützpunktschulen" in dem sich einzelne Schulen, wie das Gymnasium Neureut, einer Fragestellung annehmen, und Unterrichtskonzepte und Schülerkurse entwickeln, die den Schulen der Umgebung angeboten werden. Weiter geht es um die Frage, ob es so etwas wie eine Corporate Identity in der Schule gibt - und zwar im Bewusstsein der Lehrenden wie der Lernenden und auch der Eltern. Den letzt genannten Punkt, die Eltern, halte ich für einen außerordentlichen wichtigen Faktor; hinzunehmen möchte ich aber auch die Kommune, die lokale Politik und die Wirtschaft des Umfelds der Schule. Denn, die Vermittlung von Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - und es ist eine wichtige - denn Jugend und Bildung sind zusammen die Motoren für Innovationen und damit entscheidend für unsere Zukunft. Herr Dr. Voscherau aus dem Vorstand der BASF-AG hat dies sehr treffend auf den Punkt gebracht, so dass ich ihn gerne zitieren möchte: "Wir können nicht unsere Jugendlichen in der Schule abgeben und erwarten, dass wir sie fertig wieder zurück bekommen".
Nach diesen sehr grundlegenden Gedanken beginnen sie sich vielleicht die Frage zu stellen: Was hat denn das alles mit einem Öko-Audit zu tun? Nun, ich meine sehr viel:
Schüler, Lehrer, Eltern und externe Experten von der Stadt als Schulträger und sonstigen Organisationen nehmen sich beim Öko-Audit einen Aspekt des schulischen Lebens vor. Vermittelt wird den Schülern das notwendige Fachwissen; gemeinsam betrachtet das Projektteam seine Schule, das Schulzentrum Neureut. Sie machen eine Bestandsaufnahme unter ökologischen Gesichtspunkten, diskutiert werden Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer weiteren Entwicklung. Auf der Basis dieser Bestandsaufnahme entstehen langfristig angelegte Projektpläne: Festgelegt wird die interne und externe Begutachtung der Konzepte und der Weiterentwicklung der Schule. Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen ist ein wichtiges Element des Öko-Audit. Es zeigt sich, dass gemeinsames Arbeiten an der Bildung unserer Jugendliche möglich und erfolgreich ist. Dies zeigt weiter, dass das Schulzentrum Neureut ein lernfähiges und selbstkritisches System ist, denn ein solches Öko-Audit ist im ersten Schritt eine klassische Selbstevaluation, die im folgenden durch Elemente der Fremdevaluation begleitet wird. Dies ist ein Charakteristikum von Einrichtungen, die sich weiter entwickeln wollen und die offen sind für Kritik und Anregungen von innen und von außen, und für die Diskussion mit der Gesellschaft. Drittens wird deutlich, das Schule sich sehr wohl aktuellen und praxisbezogenen Fragestellungen annehmen kann. Sie vermittelt nicht nur graue Theorie, sie zeigt auch, wie die Theorie im täglichen Leben angewendet werden kann. Ein solches Projekt holt also gewissermaßen ein Stück Wirklichkeit in die Schule. Wirklichkeitsnähe schafft Motivation, die Lernenden fühlen sich ernst genommen, denn sie können tatsächlich etwas bewegen. Viertens zeigt dieses Öko-Audid, dass es die beteiligten Schulen ernst meinen mit der Vermittlung einer umfassenden Allgemeinbildung: Wissensvermittlung, Grundlagen der Kommunikation in der Muttersprache und in Fremdsprachen, naturwissenschaftliches Denken, Grundlagen unserer Kultur und Gesellschaft - das ist der eine und unabdingbare Aufgabenbereich der Schule. Wichtig sind als zweiter wichtiger Pfeile die Soft-Skills, also die weichen, von Faktenwissen und vom zuvor genannten weitgehend unabhängigen Kompetenzen: Ein Öko-Audit erfordert beispielsweise das Arbeiten im Team. Die Denke "was steht mir zur, was müssen die anderen für mich tun?" kann beim Zusammenarbeiten keinen Bestand haben. Weitere wichtige Fähigkeiten, die ein junger Mensch erwerben muss, wenn er im zukünftigen Leben erfolgreich sein soll, sind u.a.: Vorausschauendes Denken, interdisziplinäres Arbeiten, planen, andere motivieren und auch die Kompetenz zur Partizipation, welche die Einsicht voraussetzt, dass nachhaltige Entwicklung nicht alleine durch staatliche Interventionen, neue Technologien oder effizienteres Wirtschaften bewirkt wird, sondern dass das eigene aktive Handeln und sich Einmischen gefordert ist. Dies alles lässt sich im Prozess eines Öko-Audits trefflich erfahren.
Was zeigt ein solches Projekt noch? Dass Schule bei aller berechtigten Kritik wohl doch nicht so negativ gesehen werden darf. Dass wir vielleicht eine andere Brille aufsetzen sollten, um die positiven Dinge in unseren Schulen auch wirklich wahrzunehmen und auch über dieses Positive zu berichteten und zu diskutiert wird. Nicht, dass sie mich jetzt falsch verstehen und sich zurücklehnen: Dieser Appell richtet sich nicht (nur) an die Medienvertreter, er richtet sich auch an die Schulen selbst, an die Lehrenden wie auch die Schülerinnen und Schüler und an die Eltern!
Auch einem weiteren Negativum möchte ich gleich hier vorbeugen: Meine Ausführungen sollen zeigen, dass man die Diskussion nicht führen muss, ob ein Öko-Audit, als ein für Industrieunternehmen entwickeltes und dort auch wirkungsvoll eingesetztes Steuerinstrument für eine Schule taugt oder nicht. Der Bildungsaspekt - und das ist die Kernaufgabe einer Schule - liegt im Prozess des Ökoaudit begründet. Für das Vermitteln von Bildung ist das konkret erzielte Ergebnis nicht der wichtigste Faktor - im Gegensatz zum Unternehmen. Für die Lernenden ist das konkrete Ergebnis allerdings wichtig: Nicht an konstruierten Spielsituationen zu arbeiten und wirklich etwas bewegen zu können bringt Motivation, Engagement und Lernbereitschaft. Für die Schulträger ist das Ergebnis wohl auch nicht bedeutungslos, sind doch Einsparungen damit verbunden, die auch teilweise an die Schule weitergeben werden.
Projekte wie ein Öko-Audid sind also wichtige Bereicherungen der Lehrens und des Lernens: Fördern müssen wir Optimismus, Kreativität, Freude an der Leistung und den Blick nach vorne. Optimismus bedeutet, das positive zu sehen, es herauszustellen, zu kommunizieren und vorzuleben. Eine Gesellschaft, die Jugendlich zum aktiven Gestalten gewinnen will, muss sie dafür begeistern, selbst etwas in die Hand zu nehmen - und das wird hier getan. Solche Projekte können helfen zu verstehen, dass konstruktive Kritik etwas positives ist und als Grundlage für die Weiterentwicklung dienen kann. Es gibt keinen Grund, bei Kritik von außen schreckhaft zu erstarren und in Selbstmitleid zu verfallen. Nur in einem Klima der Achtung und Wertschätzung kann sich Autorität als unabdingbare Voraussetzung für Bildung und Erziehung entwickeln.
Unsere Jugendlichen haben das verdient!
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit
Ansprache des Vorsitzenden des Öko-Teams
Ausblick von Ludwig Streib
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute in der 6. Stunde haben wir in der 11. Klasse in Religion über die Schöpfungsgeschichte gesprochen. Wir haben davon geredet, dass der Auftrag Gottes im ersten Schöpfungsbericht uns ermahnt, unsere Umwelt zu bebauen und zu bewahren, dass wir unsere Umwelt schützen sollen.
Die Schülerinnen und Schüler haben mir dabei erzählt, dass sie in der 1. Stunde in Mathe ausgerechnet haben, wie viel Energie in der Schule eingespart wird, seit die Stadt die neuen Fenster einbauen ließ und die Isolierung an der Außenwand angebracht wurde. Mehr als 6.000 € pro Jahr verdient die Schule dadurch. Sie haben auch erzählt, dass sie in der 4. Stunde in Bio im Schulgarten waren und die Bienen beobachtet haben, die dort in dem Bienenstand leben.
Gut, ein Schüler meinte, er kann das Wort "Umweltschutz" schon nicht mehr hören. So einen gibt's in jeder Klasse. Aber die anderen haben ihm sofort deutlich gemacht, wie wichtig dass gerade auch in der Schule ist, dass man darüber redet und dann auch was tut. Und wie um das zu demonstrieren, haben nach der 6. Stunde dann 2 Schülerinnen die 3 Abfalleimer (den für Papier, für Wertstoff und Restmüll) aus dem Klassenzimmer hinunter gebracht und entleert. Anschließend haben Sie kontrolliert, ob alle Fenster geschlossen, die Lichter aus und die Thermostate richtig eingestellt sind.
Freilich, ich muss zu geben, 3 der Schüler sind während der 6. Stunde fast eingeschlafen, aber das lag nicht an meinem Unterricht, und auch nicht an der hell strahlenden tief stehenden Sonne, denn die wurde von den neuen Fotovoltaikabschattungen an den Fenstern der Südseite wunderbar abgehalten. Nein, dass diese 3 Jungs beinahe eingeschlafen sind, lag an dem langen Wochenende. Sie hatten immer noch etwas Schlaf nachzuholen, denn sie haben an der Aktion: "72 Stunden ohne Kompromisse" teilgenommen. Bei dieser Aktion haben sie zusammen mit 70 anderen Schülerinnen und Schülern freiwillig und selbständig das Pflaster des Schulhofs herausgerissen und an dieser Stelle eine Liegewiese und einen Spielplatz angelegt.
Vor 7 Jahren als diese Schüler eingeschult wurden, damals im Sommer 2004 da war dies alles noch Zukunftsmusik, erste Vorschläge für eine Liegewiese wurden bei den Umweltprojekttagen anlässlich der 1. Validierung nur angedacht, aber jetzt sind sie verwirklicht.
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
manche von ihnen waren jetzt überrascht und haben gestutzt. Was erzählt der da - neue Fenster, Fotovoltaikanlage etc. Doch sicher haben sie inzwischen alle gemerkt, es war eine Vision. Eine Vision für unsere Schule im Jahr 2011. Freilich es wird sich nicht alles so verwirklichen lassen, was ich da aufgezählt habe. Aber solche Visionen brauchen wir. Einiges haben wir ja schon angegangen. Es wurde heute Nachmittag bereits mehrfach genannt: Energie sparen, Schulgarten, Bienenstand usw. Ich möchte das alles nicht wiederholen, ich möchte nur noch einmal kurz erinnern an unsere Projekttage, weil wir dort einige Visionen für die Zukunft angedacht haben.
Sie habe das eine oder andere unserer Projekte vielleicht schon gesehen. Hier rechts hat die 10d noch einmal solch ein Projekt zum Thema Heizungsregelung aufgebaut, oben in der Vitrine gibt es Pläne und Entwürfe für die Schulhofgestaltung, oder hier links hängen etliche Plakate zu einigen anderen Themen. Ich möchte sie einladen, sofern sie das noch nicht getan haben, sich die Ergebnisse nachher anzuschauen.
Doch das, was wir bisher getan haben ist das eine, es ist eigentlich nur der Anfang, meine beiden Vorredner haben das ja auch betont. Die Veranstaltung heute ist nicht das Ziel, der Endpunkt, sondern der Startpunkt in die Zukunft. Wie diese aussehen könnte, habe ich zu Beginn mit einer Vision ausgedrückt.
Die Vision ist das eine, das andere ist unsere praktische Arbeit. Wie soll diese praktische Arbeit in Zukunft aussehen? In der Umwelterklärung, die Sie alle auf Ihrem Platz vorgefunden haben, steht auf den S. 45-47 ein Umweltprogramm. Darin finden Sie neun Ziele, die wir verwirklichen wollen (u.a. Reduzierung des Heizenergie-, Strom- und Wasserverbrauchs oder die Umgestaltung des Außengeländes) und sie finden über 30 Schritte wie wir zu diesen Zielen gelangen möchten. Ich werde dies jetzt nicht im Einzelnen vortragen, lesen Sie es sich einfach mal durch. Da steht es schwarz auf weiß - auf dem Papier. Und ab sofort gilt es, das Geschriebene auch umzusetzen.
Dabei scheinen mir 4 Dinge wichtig:
- Wir müssen uns immer wieder deutlich machen, heute ist nicht das Ende unseres Engagements erreicht, sondern es warten viele und wichtige Aufgaben des Umweltschutzes in den kommenden Jahren auf uns. Diese gilt es Schritt für Schritt anzugehen.
- Alle müssen daran mitarbeiten. Es darf nicht passieren, das der Gedanke um sich greift: Jetzt haben wir das Audit-Zertifikat, jetzt können die 12 vom Umweltteam das machen! Nein - alle die mit dieser Schule zu tun haben, Lehrer und Schülerinnen, Sekretärinnen und Hausmeister, aber ebenso die Stadt und die Schulleitung, müssen auch in Zukunft mitarbeiten und zusammenarbeiten, damit unsere Vorhaben gelingen
- Wir haben hier eine besondere Situation am Schulzentrum Neureut. Wir sind 2 Schulen in einem Gebäude und wir haben es geschafft gemeinsam das Öko-Audit durchzuführen. Aber auch dieses Miteinander könnte noch besser werden. Auf manchem Ebenen gelingt es schon ganz gut, auf anderen haben wir noch die Chance zur Verbesserung.
- Ich wünsche uns, dass wir dabei auch Spaß haben. Umweltschutz ist nicht nur Frieren, wie es in unserer Schule gelegentlich kolportiert wird. Umweltschutz ist nicht nur eine Pflicht. Umweltschutz kann auch Freude bereiten. Wir sollten das ganze nicht nur verbissen angehen, sondern erkennen, wo es nicht nur die Umwelt, sondern auch uns weiterbringt und Freude macht.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich habe von Visionen gesprochen, von dem was wir erreicht haben und was noch kommen muss. Ich möchte heute allen danken, die bis hierher mitgeholfen und ich möchte alle einladen, bestärkt durch die Zertifizierung - und vielleicht auch durch den kleinen Scheck -, an der Verwirklichung unsrer Visionen mitzuarbeiten, um unsere Welt - vielleicht auch nur ein kleines bisschen - lebenswerter zu machen. Vielen Dank.
Adelheid Knodel

